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Dieses Wiki stellt Erkenntnisse und Beispiele aus der Verkehrs- und Mobilitätsforschung zur Verfügung, die sich auf das Mobilitätsverhalten beziehen. Es ist eine ständig wachsende Sammlung von wissenschaftlichem Hintergrundwissen, Ergebnissen aus Forschungs- und Umsetzungsprojekten, praktischen Beispielen zur Umsetzung und Links zu weiterführenden Quellen. Vorschläge dafür, welche weiteren Themen bzw. Einträge aufgenommen werden sollen, können gerne über die Kontaktseite des CMC oder weiter unten übermittelt werden.
Das CMC-Wiki
Das Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden ist – neben den technischen Entwicklungen und der politisch-planerischen Steuerung – ein wichtiger Faktor dafür, inwieweit und in welchem Umfang der Verkehrssektor sowohl einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, als auch zur gesellschaftlichen Teilhabe auf der anderen Seite leisten kann. In der Verkehrs- und Mobilitätsforschung lag der Schwerpunkt lange Zeit auf der Entwicklung neuer technologischer Lösungen bei Infrastrukturen, Fahrzeugen, Mobilitätsangeboten und Mobilitätsservices (z.B. Verkehrsinformations-Apps).
Die ausschließlich technologischen Lösungen stoßen aber in der Praxis rasch an ihre Grenzen und erreichen nicht den gewünschten Effekt, da in der Entwicklung der „Faktor Mensch“ in seinen sozialen und sozialräumlichen Kontexten nicht ausreichend differenziert berücksichtigt wurde. Dieses ist jedoch wichtig, weil hier die Gründe und Ursachen liegen, warum viele Menschen häufig die angebotenen Lösungen entweder gar nicht wahrnehmen, nicht annehmen oder sie nicht in der ursprünglich gedachten Weise nutzen (Maßnahmenwirkung und Rebound-Effekte).
Um die Verkehrs- und Mobilitätswende und die Klimaziele zu erreichen, reichen technologische Neuerungen daher nicht aus – es braucht eine grundlegende Änderung des derzeit gewohnten mobilitätsverhaltensbestimmenden Verhaltens auf unterschiedlichen Ebenen: Politik und planende Verwaltung für die Rahmensetzungen und die Anreize; Mobilitätsanbietende und Hersteller für Infrastrukturen, Mobilitätsangebote, Fahrzeuge und Betriebssysteme und die Bürger:innen, die aus unterschiedlichen Gründen unterwegs sind.
Um das Mobilitätsverhalten nachhaltig in Richtung einer klima- und umweltverträglichen sowie sozial gerechten Mobilität zu gestalten, liefert die Forschung zwei wesentliche Anknüpfungspunkte: Das Verstehen des Mobilitätsverhaltens (Warum werden bestimmte politisch-planerische Maßnahmen beschlossen? Warum benutzt Herr X gerade für diesen Weg das Auto?) und die Möglichkeiten, das jeweilige Entscheidungs- und Mobilitätsverhalten auch in gewünschter Weise zu verändern.
| Mobilitätsverhalten verstehen | Mobilitätsverhalten verändern | ||
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| Zahlen, Methoden und Beschreibungen, mit denen das Mobilitätsverhalten verstanden und die wahrscheinliche Nutzung neuer Angebote besser abgeschätzt werden kann. | Ansätze, Richtlinien und Best Practice-Beispiele, wie Mobilitätsverhalten verändert und langfristig verfestigt werden kann. Dazu gehören Forschungsergebnisse zu den Wirkungen von Maßnahmen | ||
Die Struktur des CMC-Wiki
Aktuelles
Die Mobilitätsforschung in Österreich wird aktuell in Ausschreibungen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten gefördert. Die jeweils aktuellen nationalen und internationalen Ausschreibungen finden Sie auf Seite der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). In den Jahren zuvor wurden im Verkehrs- und Mobilitätsbereich bereits wichtige Grundlagen zu mehr Nachhaltigkeit im Verkehrssektor mit dem erfolgreichen Förderungsprogramm für Forschung, Technologieentwicklung und Innovation „Mobilität der Zukunft“ (MdZ) geschaffen. Im Fokus stand die nachhaltige Entwicklung und Sicherung der Mobilität bei gleichzeitiger Minimierung der negativen Auswirkungen des Verkehrs. Aktuell läuft das Föderungsprogramm über die Plattform open4innovation.
Die aktive Mobilität steht im Fokus einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. Österreich hat dabei für den Fuß- und den Radverkehr neue Masterpläne entwickelt. Außerdem fand Ende September in Graz der 1. Österreichische Fußverkehrsgipfel statt. Die zweite Ausgabe steht schon in den Startlöchern. Näheres dazu auf der Seite zur Aktiven Mobilität.
Projekt im Fokus
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ÖVAS - Effizienter Öffentlicher Verkehr auf Autobahnen und Schnellstraßen
Die steigenden Herausforderungen des Klimawandels und die aktuelle Energiekrise, bestärken einmal mehr die Notwendigkeit rascher und nachhaltig wirkender Maßnahmen zur Verbesserung der Energie- und CO2-Bilanz des Mobilitätssektors. Es ist daher erforderlich, bestehende Infrastrukturen neu zu nützen, um schnelle Lösungen zu erzielen. Das hochrangige Autobahnen und Schnellstraßennetz (A&S-Netz) ist ein gut ausgebauter Verkehrsträger, der bisher für den öffentlichen Verkehr (ÖV) nicht optimal genützt wurde. Die verfügbaren Kapazitäten legen den Einsatz von Schnellbussen auf dem A&S Netz nahe. Der Einsatz des bestehenden A&S-Netzes als Träger des öffentlichen Verkehrs ist weitgehend Neuland. Mit Hilfe von Verknüpfungen zur Schieneninfrastruktur sowie dem städtischen und regionalen ÖV-Netz können effiziente Umsteigeknoten direkt auf oder in unmittelbarer Nähe zur Autobahn geschaffen werden, die eine Anfahrt ohne Umwege, kurze Halte und eine rasche Weiterfahrt ermöglichen. Damit können attraktive Fahrzeiten und eine Steigerung der Verkehrsleistung im ÖV erreicht werden. Ein zentraler Schwerpunkt von ÖVAS ist die multimodale Anschlussmobilität an den Autobahn-Haltestellen, die zu Verkehrsknotenpunkten mit Bahn-, Regiobus-, Mikro-ÖV-, Ridesharing-, P&R-, Rad- und Fußweg-Anbindung ausgebaut werden. Viele Optionen zur ÖV-gerechten Gestaltung des A&S-Netzes sind nur mit Änderungen in den aktuellen Rahmenbedingungen umsetzbar. Daher ist ein weiteres zentrales Ziel des Projekts die aktuellen rechtlichen, technischen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu analysieren und Vorschläge für notwendige Anpassungen der betreffenden Gesetze, Verordnungen, Regelwerke und technischen Richtlinien auszuarbeiten. Wirkung zur Verhaltensänderung Verkehrsinfrastrukturen beeinflussen das Mobilitätsverhalten massiv. Durch die Schaffung einer hochrangigen Verkehrsachse durch die bisher wenig vom ÖV versorgte Oststeiermark werden neue Verhältnisse geschaffen. So verkürzt sich die Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Gleisdorf nach Wien bzw. zum Flughafen Wien von etwa 3,5 Stunden auf ca. 1,5 Stunden. Mit dieser neuen Infrastruktur für öffentlichen Verkehr werden ab 2027 folgende Effekte angestrebt:
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Themenvorschläge
Falls ein gewünschtes Thema noch nicht im Wiki behandelt wurde, findet sich hier die Möglichkeit einen Themenwunsch abzugeben. Dazu muss, nachdem der Themenvorschlag abgegeben wurde, ein Benutzerkonto erstellt werden.
Außerdem können bereits gewünschte Themenvorschläge hier eingesehen werden. Diese werden je nach verfügbaren Ressourcen laufend ergänzt und bearbeitet.
Weblinks
- INFONETZ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie des Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)
- Österreichischer Klima- und Energiefonds
- Forschungsagenda und Roadmap Mobilität der Zukunft – Personenmobilität 2018
- FTI-Agenda Mobilität 2026 – Konkretisierung der FTI-Themen und FTI-Maßnahmen auf Basis der FTI-Strategie Mobilität 2040 für 2022 bis 2026
- Mobilitätsmasterplan Österreich 2030 – Weg zur Klimaneutralität 2040
- Aktionspaket Automatisierte Mobilität (2019-2022)
- Nachhaltiger Mobilitätsplan (SUMP) (deutsch)
- Sustainable Urban Mobility Plans (SUMP) (englisch)
- Die österreichischen Mobilitätslabore